News aus der hochschule 21
JuMaMi – ein Leuchtturmprojekt geht zu Ende

MINT-Förderung in der Lebenswelt von Jugendlichen
Vor fünf Jahren starteten das Bildungsbüro (Landkreis Stade), technische Expert/innen der hochschule 21 und Composites United e.V. ein modellhaftes Cluster-Projekt. JuMaMi steht für eine MINT-Förderung, die Kinder und Jugendliche dort erreicht, wo sie sind – in Jugendzentren, in der Freizeit, direkt in ihrer Lebenswelt. „Wenn wir uns heute anschauen, wozu sich unser Projekt in wenigen Jahren entwickelt hat, sind wir wirklich stolz: JuMaMi ist inzwischen ein fester Bestandteil der Bildungslandschaft im Landkreis Stade und wir freuen uns, dass wir so viele junge Menschen damit erreichen“, sagt Prof. Dr.-Ing. Thorsten Hermes, Vizepräsident der hochschule 21 und Teil der Projektleitung von JuMaMi.
Alle Experimente sind niedrigschwellig und mit haushaltsüblichen Materialien umsetzbar. So sind die Angebote unmittelbar praktikabel für die Jugendpflege-Teams vor Ort. Beispielhaft dafür stehen zwei Experimente: Mit einer Luftpumpe betriebene Raketen werden gestartet oder eine magische Flüssigkeit wird hergestellt, bei der mit einfachen Mitteln farbige Reaktionen ausgelöst werden können. Mit viel Herzblut entstanden Workshops, Bauanleitungen, Lötprojekte, Rallyes und nicht zuletzt der Roboterwettbewerb als echtes Highlight.

Die offizielle Projektförderung läuft aus – vieles lebt weiter!
Der Train-the-Trainer-Ansatz im Projekt trägt jetzt dazu bei, dass die Ergebnisse auch nach Projektende weiterleben werden. Alle erprobten Experimentieranleitungen sind dauerhaft über die digitale Bildungsplattform bildungslotse.info abrufbar. Dort finden sich ebenso Impulse für Lötangebote, Escape Games zur freien Nutzung sowie der digitale MINT-Katalog. Auch alles Wissenswerte für den Roboterwettbewerb bleibt öffentlich zuganglich. Dank der großzügigen Unterstützung der Ingeborg-Gros-Stiftung, besteht die Perspektive, dass dieser beliebte Wettbewerb auch künftig durchgeführt werden kann – unabhängig von der bisherigen Projektstruktur. Und nicht zuletzt: Die digitale Rallye-App, bekannt durch Möwe Ella sowie Hase und Igel, bleibt aktiv – und wird sogar noch erweitert.

Beim Roboterwettbewerb wird Technik erlebbar
Seit 2021 treten Jugendliche aus Jugendzentren und Schulen im Landkreis beim Roboterwettbewerb gegeneinander an – nicht im klassischen Wettkampf, sondern im kreativen, konstruktiven Miteinander. Die Teams starten mit demselben Bausatz, gestalten jedoch Chassis und Design selbst. „Es ist toll zu sehen, wie kreativ die Teams sind und wie unterschiedlich die Roboter werden, die letztendlich in den Wettbewerb gehen – obwohl alle mit demselben Bausatz arbeiten. Bei der Gestaltung des Chassis und beim Design geben sie sich enorm viel Mühe“, berichtet Lutz Meinecke, Wissenschaftlicher Mitarbeiter der hochschule 21, der seit Anfang 2024 bei JuMaMi dabei ist.

Programmierfehler und Konstruktionsfragen gehören ebenso zum Lernprozess wie die Erkenntnis, dass Teamarbeit entscheidend ist. Und obwohl technische Hürden zu bewältigen sind, wächst der Wettbewerb stetig: Von Jahr zu Jahr steigen die Teilnehmerzahlen. Besonders hervorzuheben: Auch Nachhaltigkeit wird bewertet – z.B. durch den Einsatz recycelter Materialien – sowie das schönste Design, das durch das Publikum prämiert wird. Mentorinnen und Mentoren der hochschule 21 unterstützen die Teams. Der nächste Roboterwettbewerb findet am 23. Juni 2026 statt.

MINT entdecken – wenn Hochschule und Jugendarbeit zusammenwirken
Löten: Im Laufe der Zeit entstanden kreative Löt-Ideen, die in der offenen Jugendarbeit mit Freude aufgenommen wurden. In Zusammenarbeit mit der hochschule 21 (Fachbereich Technik) fanden praxisnahe Workshops für Jugendpfleger/innen statt – echte Train-the-Trainer-Formate, bei denen nicht nur Theorie, sondern vor allem Geschick und Spaß gefragt waren. Es wurde sortiert, gesteckt und gelötet – bis am Ende kleine Tannenbäume blinkten und stolze Gesichter den Raum erfüllten.

Damit die Lötangebote auch in den Jugendzentren nachhaltig umgesetzt werden können, hat die Stiftung Bildungsregion Stade alle beteiligten Jugendpflegen mit kompletten Lötstationen und dem notwendigen Equipment ausgestattet. So können Kinder und Jugendliche heute direkt vor Ort erste Erfahrungen mit Technik und handwerklichem Arbeiten sammeln.
Experimente für Mädchen: Einen weiteren inspirierenden Impuls setzte die Kooperation zwischen der Stadtjugendpflege Buxtehude und der hochschule 21 (Fachbereich Technik). In den Sommerferien konnten Mädchen zwei Tage lang an der Hochschule experimentieren, tüfteln und neue technische Welten kennenlernen. Am dritten Tag – dem Tag der offenen Tür – waren dann alle Jugendlichen eingeladen, sich an Mitmachstationen auszuprobieren und Einblicke in Studieninhalte und Berufe zu gewinnen. „Alle Beteiligten waren ausgesprochen begeistert und davon und so haben wir gemeinsam mit der Jugendpflege beschlossen, dieses Angebot fortzuführen und jedes Jahr neue Möglichkeiten zu schaffen, Jugendliche für Technik und Wissenschaft zu begeistern“, so Thorsten Hermes.
Tipp: Der MINT-Katalog des MINT-Clusters im Landkreis Stade lädt Kinder, Jugendliche, Lehrkräfte und pädagogische Fachkräfte ein, auf Entdeckungsreise zu gehen. Auf über 30 Seiten werden die vielfältigen außerschulischen Lernorte vorgestellt.
Du interessierst Dich für MINT-Berufe? An der hochschule 21 kannst Du diese dualen Bachelorstudiengänge wählen: Ingenieurwesen Mechatronik und Ingenieurwesen Gebäudetechnik