News aus der hochschule 21
BDA-Studienpreis 2026: Herausragende Architektur-Abschlussarbeiten geehrt
Zum neunten Mal hat der Bund Deutscher Architektinnen und Architekten (BDA) herausragende Abschlussarbeiten von Architekturstudierenden der hochschule 21 ausgezeichnet. Im Rahmen des Studienpreises vergab die Jury in diesem Jahr je zwei 1. Und 2. Preise sowie drei Anerkennungspreise.

Der BDA ehrt seit dem Jahr 2018 herausragende Abschlussarbeiten der Studierende Architektur DUAL der hochschule 21. Eine vom BDA und der hochschule 21 besetzte Jury begutachtet und bewertet dafür gemeinsam alle Arbeiten. Für die Vergabe spielt die Bewertung der Arbeiten im Rahmen des Studienabschlusses dabei nur eine begrenzte Rolle – die hochschule 21 besitzt zwar ein Vorschlagsrecht, doch der BDA wählt frei unter allen eingereichten Abschlussarbeiten aus, was durchaus zu Überraschungen führen kann.
Vielseitige Diskussion und Bewertung
„In diesem Jahr hatten wir es mit sehr vielen Arbeiten zu tun, wo wir diskutieren durften, was besonders ist und wie sie einzuschätzen sind“, sagt Karsten Ley. Dipl.-Ing. Bianca Witt vom BDA ergänzt: „Wir sind dem Kollegium hier ganz dankbar, wenn es entsprechenden Input zu Arbeiten gegeben hat, zu Dingen, die man auf den ersten Blick vielleicht nicht erkennen konnte.“
Neben Bianca Witt war für den BDA in diesem Jahr Dipl.-Ing. Tobias Kister (Architekt BDA) Mitglied der Jury und übernahm auch den Vorsitz. Insgesamt entschied sich die Jury in diesem Jahr zu drei Anerkennungspreisen, sowie zwei zweiten und zwei ersten Preisen.
Die diesjährigen Preisträgerinnen und Preisträger
1. Preis für Stephanie Gehrmann – Titel: kaffeefinca in peru
1. Preis für Lasse Kock – Titel: symbiose – Entwurf eines Wohngebäudes auf einem Altonaer Hochbunker
2. Preis für Annika Petersen – Wohnen im alten Bahnhof Altona – Entwicklung eines Wohnhochhauses am heutigen Bahnhof Altona
2. Preis für Jelto Post – Titel: Bahnübergang Oberhafen
Anerkennung für Skrollan Asmussen – Titel: „Hoch hinaus“ – Wohnen in der City Nord
Anerkennung für Moritz Horn –Altstädter Markt 14
Anerkennung für Lilly Traxel – Ersatzneubau Großflecken 57 in Neumünster
Die ausgezeichneten Arbeiten im Überblick
1. Preis | Titel: kaffeefinca in peru | Stephanie Gehrmann
Der Entwurf vereint den gesamten Produktionsprozess, vom Rohkaffee bis zum Endprodukt, unter einer zusammenhängenden Dachlandschaft, die sich in das Gelände einfügt. Die Jury zeigte sich besonders beeindruckt von der Herleitung: Wie entwickelt man aus alten Strukturen etwas, was modern umgesetzt werden kann und trotzdem das Alte nicht negiert? Denn im Rahmen dieser Arbeit wurde der Genus Logi geschickt mit moderner Architektur umgesetzt, allerdings so, dass die moderne Architektur nicht im Vordergrund steht, sondern begleitet und unterstützt.
1. Preis | Titel: symbiose – Entwurf eines Wohngebäudes auf einem Altonaer Hochbunker | Lasse Kock
Diese Arbeit beschäftigte sich mit der Fragestellung des diesjährigen Rudolf Lodders-Preis. Der Wettbewerb stand in diesem Jahr unter der Überschrift „Hoch hinaus – Wohnen im Hochhaus“ und suchte innovative Entwürfe von Studierenden für zukunftsfähige, nachhaltige und ausgewogene Hochhäuser in Hamburg. Die Arbeit zeichnet sich durch eine sehr konstruktive Herangehensweise aus und kommt auf die besondere Idee, für den Bau des Hochhauses ein vorhandenes Fundament bzw. Gebäude zu nutzen – einen Altonaer Hochbunker. Das Hochhaus selbst wird als Hybridstruktur auf dem Bunker errichtet und verdichtet so auf äußerst nachhaltige Art und Weise.
2. Preis | Titel: Wohnen im alten Bahnhof Altona – Entwicklung eines Wohnhochhauses am heutigen Bahnhof Altona | Annika Petersen
Annika Petersen setzt in ihrer Arbeit geschickt den Baukörper in vorhandene Struktur und beachtet beim Bau in die Höhe, das vorhandene Gebäude gut zu erschließen, zu nutzen und zu strukturieren. Auch die Ausgestaltung des Entwurfs wurde von der Jury besonders hervorgehoben.
2. Preis | Titel: Bahnübergang Oberhafen | Jelto Post
Die Arbeit von Jelto Post verdichtet bereits sehr stark verdichteten städtischen Raum weiter, versucht dabei aber gleichzeitig auf radikale Art und Weise, keinen weiteren Raum zu versiegeln. Dazu geht der Entwurf hoch hinaus, in einer sehr speziellen Geometrie die an eine aufgestellte Schokoladentafel erinnert. Als Referenzen dienten dabei z.B. die Capsule Towers in Japan oder die Tracy Towers der Bronx in New York City. Der Entwurf bietet dazu Platz für sportliche und kulturelle Aktivitäten der Bewohner.
Anerkennung für die städtebauliche Konzeption | „Hoch hinaus“ – Wohnen in der City Nord | Skrollan Asmussen
Ebenfalls mit der Fragestellung des Rudolf Lodders-Preis beschäftigte sich die Arbeit von Skrollan Asmussen. Besonders überzeugte die Jury die konzeptionelle Herangehensweise der auf vielen Ebenen ‚radikalen‘ Arbeit – insbesondere in Hinblick auf den städtebaulichen Raum. Die Arbeit zeigt auf besondere Weise, wie selbst Orte die „zu Ende gedacht“ scheinen, doch noch auf vielen Ebenen weiterentwickelt werden können.
Anerkennung für die Durchdringung des Ortes | Altstädter Markt 14 | Moritz Horn
Die Arbeit umfasst eine hoch- und städtebauliche Studie zur denkmalgerechten Neuordnung der räumlichen und funktionalen Beziehung zwischen Altstädter Markt und Stegengraben in Rendsburg. Die Jury hob besonders vor, wie intensiv sich Moritz Horn mit dem konkreten Ort auseinandergesetzt hat – von der Historie des Ortes über verschiedene Epochen bis zum heutigen Aussehen und der Frage, wie ein halböffentlicher Raum durch subtile Ergänzungen nutzbar gemacht wird.
Anerkennung für die Sorgfältigkeit der Fassadenentwicklung | Titel: Ersatzneubau Großflecken 57 in Neumünster | Lilly Traxel
Die Jury fand besonders beeindruckend, mit welcher Sorgfalt an die Frage der Gestaltung einer Fassade herangegangen wurde. Die Ausgangslage war herausfordernd: Welcher Neubau eignet sich für den Lückenschluss, der nach dem Abriss eines denkmalgeschützen Gebäudes entstanden ist? Mit besonderer Akribie widmete sich die Arbeit der Fragestellung, wie man in das historische Ensemble etwas einfügt, was gleichermaßen eine moderne Architektursprache hat und trotzdem den Anforderungen des Ortes gerecht wird.
Die ausgezeichneten Arbeiten sowie alle weiteren Abschlussarbeiten der diesjährigen Absolventinnen und Absolventen sind noch bis 31. Oktober im Foyer der hochschule 21 ausgestellt.
Weitere Informationen
Der BDA ist die bundesweit größte Vereinigung freischaffender Architekt:innen. Mit dem BDA-Preis ehrt sie herausragende Studienarbeiten.
Website des Bund deutscher Architektinnen und Architekten (BDA) – Niedersachsen






