News aus der hochschule 21
Erfahrungen in der Ferne sammeln: Oles und Antons Auslandspraktikum in Shanghai

Ole und Anton studieren beide Architektur DUAL an der hochschule 21. Gemeinsam waren sie vom 22. Juni bis 18. September 2026 in Shanghai, China, und haben dort ein Auslandspraktikum bei einem großen deutschen Architekturbüro absolviert. Nachfolgend finden Sie ihren Erfahrungsbericht (leicht gekürzt).
Motivation und Vorbereitung
Seit dem dritten Semester unseres Studiums arbeiten wir nebenbei am Hamburger Standort eines großen Architekturbüros und konnten dort bereits an zahlreichen internationalen Projekten mitwirken. Dadurch entstand bei uns der Wunsch, diese internationale Zusammenarbeit auch einmal direkt an einem der ausländischen Standorte des Büros zu erfahren. Shanghai war für uns dabei besonders interessant, eine Stadt, die architektonisch, kulturell und städtebaulich in vielerlei Hinsicht einen starken Kontrast zu Hamburg darstellt. Die Vorbereitung des Auslandsaufenthalts erforderte einige Recherchearbeit und Organisation, u.a. bzgl. Visum und Förderung. Besonders unterstützt wurden wir u.a. von Mariam Schmidt aus dem International Office der hochschule 21.
Erste Eindrücke
Bereits bei unserer Ankunft waren wir von der Stadt und der Vielzahl neuer Eindrücke überwältigt - von der Größe Shanghais, den unzähligen Menschen, dem Verkehr und der völlig neuen Umgebung. Gleichzeitig mussten wir uns innerhalb kürzester Zeit in unserem neuen Alltag zurechtfinden. Neben der ersten Woche im Büro, in der wir uns in die laufenden Projekte einarbeiteten und die Kollegen vor Ort kennenlernten, standen daher auch ganz praktische Dinge auf dem Programm: eine Wohnung finden, Bezahlsysteme einrichten, die richtigen Apps für Kommunikation und Übersetzung kennenlernen und herausfinden, wie man sich am besten durch die Stadt bewegt. Auch die Sprachbarriere ist nicht zu unterschätzen! Über einen chinesischen Makler fanden wir relativ schnell eine Wohnung. Auch im Büro fanden wir uns dank unserer bisherigen Erfahrungen am Hamburger Standort vergleichsweise schnell zurecht. Die Arbeitsabläufe und Programme waren uns bereits bekannt, sodass wir rasch das Team vor Ort unterstützen konnten.
Alltag in Shanghai
Nach den ersten Wochen fanden wir uns gut zurecht, wir kannten unsere Umgebung besser, hatten uns an die Größe und Geschwindigkeit der Stadt gewöhnt und wussten zunehmend, wie die Dinge vor Ort funktionieren. Da Lebensmittel und Essengehen im Vergleich zu Hamburg relativ günstig waren, gingen wir fast jeden Abend gemeinsam essen. Schon bald hatten wir zwei oder drei Lieblingsrestaurants in unserer näheren Umgebung gefunden, die wir regelmäßig besuchten. Auch bei der Fortbewegung durch die Stadt entwickelten sich schnell persönliche Favoriten. Ganz oben auf unserer Liste standen die Fahrräder von Alipay, mit denen wir kurze Strecken unkompliziert und günstig zurücklegen konnten, das Fahrradfahren in Shanghai macht unerwartet viel Spaß und die entsprechende Infrastrukturen sind wunderbar ausgebaut. Für längere Wege nutzten wir hauptsächlich die Metro, wenn es einmal schneller oder bequemer sein sollte, die Didi-Taxis. Wir erkundeten immer mehr Teile der Stadt und begannen, Shanghai nicht mehr nur als unseren vorübergehenden Aufenthaltsort, sondern zunehmend als unser neues Zuhause wahrzunehmen. Wir genossen den Blick vom Bund auf die beeindruckende Skyline der Stadt, tranken das ein oder andere Bier in der French Concession, gerne auch gemeinsam mit Arbeitskollegen und spielten Fußball mit chinesischen Jungs vor der Kulisse der riesigen Hochhäuser.
Auch im Büro waren wir mittlerweile vollständig in den Projekten angekommen. Wir konnten zunehmend eigenständig Aufgaben übernehmen und bekamen dadurch einen guten Einblick in die Arbeitsweise des Standorts in Shanghai. Besonders interessant war es eine Baustelle besuchen zu können und dadurch die Umsetzung der Planung direkt vor Ort zu erleben. Gelegentlich kamen wir nach der Arbeit auch an bereits fertiggestellten oder sich im Bau befindlichen Projekten unseres Büros vorbei. Natürlich ließen wir es uns dann nicht nehmen das Ergebnis selbst anzusehen.
Abstecher nach Vietnam, Japan und mehr
Die Wochenenden und unseren Urlaub nutzten wir zum Reisen. Wir flogen zum Beispiel nach Hanoi in Vietnam, wo wir in eine völlig andere Atmosphäre eintauchten und die beeindruckende Landschaft rund um die Halong-Bucht erleben. Die Reise war ein deutlicher Kontrast zu unserem Alltag in Shanghai und zeigte uns, wie unterschiedlich die Kulturen und Lebensweisen innerhalb Asiens sein können.
Auch innerhalb Chinas ergaben sich weitere Reisemöglichkeiten: Wir waren mit dem Schnellzug in Changzhou. Dort besichtigten wir verschiedene Tempel und konnten mit der Culture Plaza auch ein großes Projekt unseres Büros vor Ort erleben. Ole verschlug es zudem für einige Tage in die Megacity Chongqing. Die Stadt beeindruckte vor allem durch ihre unglaubliche Dichte, die zahlreichen Ebenen und die für uns ungewohnte städtebauliche Struktur. Zwischen riesigen Hochhäusern, Straßen auf mehreren Ebenen und dem für seine Schärfe bekannten Essen entstand ein völlig anderer Eindruck von chinesischem Großstadtleben.
Auch Japan stand auf unserer Reiseliste. In Tokio trafen wir uns mit einigen von Antons Freunden aus Hamburg und erkundeten gemeinsam die vermutlich für uns eindrucksvollste Großstadt während unseres Aufenthalts. Neben der schieren Größe und Dichte der Stadt beeindruckten uns vor allem die unglaublich freundlichen Menschen und natürlich das herausragende Essen. Während Anton gemeinsam mit zwei Freunden die Natur außerhalb Tokios erkundete, reiste Ole weiter nach Osaka und Kyoto. Dort traf er weitere gute Freunde aus der Heimat und konnte neben der modernen Seite Japans auch zahlreiche traditionelle Tempel besichtigen und die japanische Küche weiter kennenlernen.
Als Abschluss unserer Zeit in China reisten wir nach Peking und besichtigten dort unter anderem die Chinesische Mauer, wo unsere Erwartungen übertroffen wurden und wir bei einem Sonnenuntergang aus dem Bilderbuch sprachlos auf der Mauer spazierten.
Fazit: Es hat sich gelohnt
Die drei Monate in Shanghai sind letztendlich deutlich schneller vergangen, als wir zu Beginn gedacht hätten. Was anfangs noch fremd, überwältigend und teilweise sogar etwas chaotisch wirkte, war am Ende zu einem Alltag geworden, von dem wir uns nur ungern verabschiedeten. Wenn wir heute auf die Zeit zurückblicken, sind es vor allem die vielen unterschiedlichen und teilweise ganz alltäglichen Erlebnisse, die uns im Gedächtnis bleiben. Dazu gehören die erste, völlig überwältigende Woche in Shanghai, die abendlichen Fahrten mit den Alipay-Fahrrädern durch die Stadt und natürlich das unglaublich gute und vielfältige Essen. Aber auch die besonderen Erlebnisse wie Taifune und Erdbeben, die wir während unseres Aufenthalts miterlebt haben, gehören zu unserer Zeit in Shanghai dazu. Wir erinnern uns an die unzähligen Menschen und Mopeds auf den Straßen, an die Abende mit Freunden aus Deutschland in Tokio, an die gemeinsamen Mittagspausen mit Baozis aus dem Laden nebenan, in der French Concession und an die beeindruckenden Reisen zur Halong-Bucht und zur Chinesischen Mauer.
Besonders schön war für uns, dass wir Shanghai nicht nur als Touristen erlebt haben. Durch unser Praktikum, unseren Alltag und die Kontakte, die wir vor Ort knüpfen konnten, hatten wir die Möglichkeit, die Stadt aus einer ganz anderen Perspektive kennenzulernen. Wir haben neue Menschen getroffen, neue Arbeitsweisen kennengelernt und viele Erfahrungen gesammelt, die weit über das eigentliche Praktikum hinausgehen. Dabei wurde uns auch bewusst, wie sehr man sich innerhalb weniger Wochen an eine zunächst völlig fremde Umgebung gewöhnen kann und das ist wirklich erstaunlich zu erfahren. Auch im Büro verabschiedeten wir uns gebührend von unseren Kollegen. Aus vielen zunächst unbekannten Gesichtern waren im Laufe der drei Monate Menschen geworden, mit denen wir gemeinsam an Projekten gearbeitet, Mittagspausen verbracht und manchmal sogar auch außerhalb des Büros etwas Zeit verbracht hatten. Einige der Kontakte, die wir in dieser Zeit geknüpft haben, möchten wir daher auch in Zukunft weiter pflegen. Ein Stück von Shanghai und die Erfahrungen, die wir dort machen durften, werden sicherlich für immer Teil von uns bleiben.
Weitere Informationen:
Hier finden Studierende einen Überblick über mögliche Wege ins Ausland.




