News aus der hochschule 21

Exkursion nach Griechenland: Architekturstudierende berichten

Im Rahmen des Architekturstudiums führte uns eine der diesjährigen Exkursionen in die zwei bedeutendsten Städte Griechenlands: Athen und Thessaloniki.

Im Rahmen des Architekturstudiums führte uns eine der diesjährigen Exkursionen in die zwei bedeutendsten Städte Griechenlands: Athen und Thessaloniki. Wir schauten uns Bauten aus verschiedenen Epochen an - von der Antike über den Klassizismus bis hin zu moderner und zeitgenössischer Architektur - und betrachteten auch den städtebaulichen Zusammenhang. 

Eine Studienreise will gut vorbereitet sein
In Vorbereitung auf die Architekturexkursion nach Griechenland haben alle Mitfahrenden Themenschwerpunkte bearbeitet, welche ausgehend von bauhistorischen bis zu städtebaulichen Fragenstellungen ein Wissensnetz für die Exkursion gespannt haben. Im Zuge der Erasmus-Gruppenmobilität haben wir die erarbeiteten Ergebnisse an zwei Seminarterminen (virtual component) vorgetragen, wodurch alle Mitfahrenden gut auf die Themenschwerpunkte des Projektes und der Exkursion vorbereitet wurden. 

Ein Streifzug durch Athen
Unser Hostel in Athen lag nördlich des Omonia-Platzes, von wo aus wir am Nachmittag des ersten Tages die Eleftheriou Venizelou entlanggingen und dabei neben dem Deutschen Archäologischen Institut unter anderem die klassizistischen Gebäude der Athener Trilogie, das Parlament und den Syntagma-Platz besichtigen konnten. Anschließend verließen wir das zentrale städtebauliche Dreieck von Schaubert und Kleanthis nach Osten und betrachteten großformatige Nachkriegsbauten wie das Hilton Hotel und die US-Botschaft. Auf dem Rückweg stiegen wir auf den Lykabettus-Hügel. Von oben reicht der Blick über die gesamte Stadt bis nach Piräus und man begreift die räumliche Ausdehnung der Stadt. Durch Exarchia mit seinen charakteristischen Polykatoikias, den typischen modernen Athener Mehrfamilienhäusern, ging es zurück ins Hostel. Der erste volle Tag in Athen begann mit dem Besuch des Akropolis-Museums von Bernard Tschumi. Danach besichtigten wir das Panathinaiko-Stadion und fuhren von dort zum Olympischen Sportkomplex von 2004 weiter. Am Komplex betrachteten und skizzierten wir vor allem Calatravas Bogenstrukturen. 

Architektur aus verschiedenen Epochen
Am nächsten Tag fuhren wir in die Hafenstadt Piräus. Auch dort begegneten uns Gebäude aus den unterschiedlichsten Epochen. Besonders in Erinnerung geblieben ist hier das Stavros Niarchos Foundation Cultural Center von Renzo Piano - ein riesiger Veranstaltungskomplex, dessen Dach als begehbarer Park ausgebildet ist. Danach stand endlich die Akropolis auf dem Programm. Während des Aufenthalts in Athen hatten wir im Zeitraum vom 11.05.2026 – 15.05.2026 die Möglichkeit ein Projekt mit dem Acropolis Restoration Service des griechischen Kulturministeriums durchzuführen. Unter dem Titel „classical and neoclassical architecture in Greece“ haben wir in diesen Tagen, zusammen mit unserer Ansprechpartnerin Dr. Elisavet Sioumpara und den Professoren Philipp Kamps und Karsten Ley, einen tiefen Einblick in die Ursprünge griechischer Architektur und die Weiterentwicklung dieser gewonnen. Die thematische Vorbereitung durch unsere Präsentationen vor dem Exkursionsantritt hat uns im Verständnis der Zusammenhänge geholfen. Der Besuch der Akropolis war ein sehr eindrückliches Beispiel für den antiken griechischen Kontext beim Umgang mit Denkmälern. 

Tempel, Moscheen, Ruinen und mehr
Tag vier führte uns vom Omonia-Platz entlang der Stadiou nach Plaka, dem dichten, lebhaften Viertel nördlich der Akropolis. Wir sahen unter anderem klassizistische und moderne Bauten sowie byzantinische Sakralbauten. In Monastiraki, nordwestlich von Plaka, kamen dann osmanische Schichten hinzu (Hammam, Moscheen) sowie römische Ruinen wie die Römische Agora und die Hadriansbibliothek. Unmittelbar westlich davon durchquerten wir das unbebaute, hügelige Gebiet mit der griechischen Agora, dem Hephaistos-Tempel und der Stoa des Attalos, einer Rekonstruktion einer griechischen Stoa. Durch die Hügellandschaft ging es schließlich zum Abendessen im Stadtteil Koukaki. 

Am fünften Tag fuhren wir mit dem Bus Richtung Norden. Nach etwa drei Stunden Fahrt erreichten wir die Ruinen des antiken Delphi, die wir besichtigten und skizzierten. Weiter ging es nach Kalambaka, wo uns direkt vor den mächtigen Felswänden eine byzantinische Kirche erwartete. Der sechste Tag begann mit den Meteora-Klöstern. Vom Felsen zwischen den Klöstern skizzierten wir die auf surrealen Felsformationen thronenden Klöster. Wir besichtigten das Varlaam-Kloster, bevor es mittags Richtung Küste weiterging. Unterwegs legten wir noch einen spontanen Stopp am antiken Theater von Larisa ein, das aufgrund von Restaurierungsarbeiten leider nur von außen zu sehen war. Nach einem Zwischenstopp am Strand am Fuße des Olymp in Litochoro kamen wir abends in Thessaloniki an. 

Die Studierenden erobern Thessaloniki
Der erste Tag in Thessaloniki startete mit einem Bürobesuch bei Athens Architects. Danach erkundeten wir den Weißen Turm und das Rathaus, besuchten das Byzantinische Museum und gingen an der neuen Uferpromenade entlang nach Süden. Nach weiteren Zwischenstopps erreichten wir die Philharmonie und fuhren von dort aus mit dem Bus zurück ins Hostel. 

Tag acht begann mit den römischen Spuren der Stadt: dem Galeriusbogen und der Rotunde des Galerius. Näher an Byzanz gelegen, ist hier die Ziegeltradition des Oströmischen Reiches deutlich spürbarer als in Athen. Von dort aus stiegen wir zu Fuß immer weiter hoch Richtung Akropolis von Thessaloniki. Oben entstanden Skizzen als Serial Vision - mehrere Zeichnungen hintereinander von verschiedenen Raumausschnitten, die zusammen den Gesamtraumeindruck einer Sequenz festhalten. Vom Trigonenturm aus konnten wir die gesamte Stadt überblicken. Auf dem Abstieg passierten wir Kloster und Altstadt, eine Moschee und eine Kirche sowie die Ruinen des Römischen Forums. 

Am letzten Tag besichtigten wir nach dem Check-Out noch den Besistan und ein Hammam als Zeugnisse der osmanischen Stadtgeschichte, dazu den Aristoteles-Platz und die Hagia Sophia, bevor uns mittags der Bus zum Flughafen fuhr. 

Kleines Fazit: Während des Projekts haben wir viel diskutiert, ergründet und skizziert. Uns allen hat das Projekt einen neuen Blickwinkel auf Architektur im historischen Kontext und den Umgang mit bestehenden Strukturen gegeben. Unser architektonisches Verständnis wurde weiterentwickelt, was bis heute in unseren Studienalltag nachwirkt.

 

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