BIM Innovationsstrategie für den regionalen Mittelstand (BIREM) - erste Ergebnisse aus dem Forschungsprojekt

Uwe Pfeiffer

BIREM Projektleiter Prof. Dr.-Ing. Uwe Pfeiffer

Karina Witten

Karina Witten (M.Sc.), wissenschaftliche Mitarbeiterin

Seit Juli 2019 beschäftigt sich ein inzwischen neun-köpfiges Team bestehend aus Professor*innen und wissenschaftlichen Mitarbeiter*innen im Rahmen des Forschungsprojekts „BIM Innovationsstrategie für den regionalen Mittelstand“ (BIREM) mit der Einführung von Building Information Modeling (BIM) in kleinen und mittleren Unternehmen – sogenannten KMU. Das Ziel von BIREM ist es, diese Unternehmen bei der digitalen Transformation zu unterstützen und die Einführung sowie nachhaltige Anwendung der BIM-Methode zu fördern.

„Die Digitalisierung ist ein Megatrend, der auch an der Baubranche nicht einfach so vorüberzieht. Viele Unternehmen haben jedoch noch Ihre Schwierigkeiten mit der BIM-Methode oder halten die Einführung gar nicht für notwendig“, sagt Prof. Dr.-Ing. Uwe Pfeiffer, Projektleiter von BIREM. Genau hier setzt das Projekt an. Zunächst steht das Aufdecken von Implementierungs- und Anwendungshemmnissen im Fokus, bevor es dann in einem weiteren Schritt darum geht, gute Beispiele aus der Praxis zu identifizieren und eine Implementierungsstrategie zu entwickeln. „Wir wollen vernetzen, Ergebnisse kommunizieren und Akzeptanz für den digitalen Weg in der Baubranche schaffen“, so Pfeiffer.

Das Projekt lässt sich in vier Bausteine untergliedern: die Analyse von Hemmnissen und Best-Practice-Methoden, das Aufzeigen einer möglichen Implementierungsstrategie, der dazugehörige Wissenstransfer und die praktische Anwendung im BIM-Lab. Im Rahmen der Analyse hat das BIREM-Team bereits eine Online-Umfrage unter den Praxisunternehmen der hochschule 21 durchgeführt. Die Ergebnisse sind auf der Webseite www.hs21.de/birem zu finden. Während anschließender Interviews ist das Team mit rund 30 Unternehmen direkt ins Gespräch gekommen und hat hier noch mal ein besonderes Augenmerk auf die Schwierigkeiten sowie auf empfehlenswerte Vorgehensweisen in der BIM-Einführung gelegt. Deren Auswertung und Analyse läuft aktuell und wird im Sommer abgeschlossen sein.

Dann geht das Projekt auch schon in die finale Phase und startet in das letzte Projektjahr. Hier liegt der Fokus ganz klar auf der Implementierungsstrategie. Es heißt dann noch mal alle Ergebnisse zusammentragen und aus den bis dahin gewonnenen Erkenntnissen einen Leitfaden zur BIM-Einführung auszuarbeiten. Dieser wird sowohl definierte Erfolgskriterien als auch konkrete Empfehlungen aus der Praxis beinhalten und kann den KMU als Hilfestellung bei der Umsetzung der BIM-Methode dienen.

Ein weiterer wichtiger Aspekt des Projekts ist der Wissenstransfer. Hier geht es zum einen darum die Projektergebnisse zu kommunizieren, zum anderen aber auch darum die Unternehmen zusammenzubringen. Die BIM-Methode lebt von der Transparenz und dem kooperativen Arbeiten zwischen den unterschiedlichen am Bau beteiligten Akteuren. Und wie es vermutlich einige bereits auf einer Baustelle erlebt haben, ist die klare Kommunikation häufig die Lösung vieler Probleme, bzw. lässt einige gar nicht erst entstehen. Die von BIREM initiierten Veranstaltungen sollen hier unterstützen und den Unternehmen eine Plattform zum Austausch auf „neutralem Boden“ bieten.

Wie so vieles wurden auch die BIREM-Veranstaltungen von Corona überrascht und vorerst auf Eis gelegt. Im Oktober hatte das Team jedoch Glück und konnte das erste „BIM-Mittelstandsforum“ an der Hochschule unter entsprechenden Hygienemaßnahmen durchführen. Mit den drei Referenten Prof. Daniel Mondino von der CORE Digital Engineering GmbH aus Hamburg, Wilke-Bernd Wiedenroth vom Planungsbüro Architekten und Gutachter Wiedenroth aus Bremerhaven und dem BIM-Manager Benjamin Schulte von der MBN GmbH aus Georgmarienhütte wurden fachliche Impulse mit regionalen und überregionalen Einblicken aus der Praxis kombiniert. Wer Interesse an den Vorträgen hat, findet diese ebenfalls über die Projektwebseite als Video. In BIREM-Workshops haben die Teilnehmenden die Möglichkeit gemeinsam aktiv Lösungsstrategien zu erarbeiten. Diese wurden inzwischen ebenfalls auf Online-Formate umgestellt.

Durch Gespräche, Veranstaltungen und Kontakte zu Unternehmen hat sich eines ganz klar herauskristallisiert: Die Unternehmen wollen miteinander reden. Daher ruft das BIREM-Team jetzt noch mal ein ganz neues Format ins Leben, wo der ungezwungene Austausch im Vordergrund steht: den BIM-Stammtisch. Dieser findet ab April im zweimonatigen Rhythmus jeden letzten Donnerstag im Monat statt. Aktuell natürlich auch Online.   

Die praktische Anwendung der in der wissenschaftlichen Phase erarbeiteten Erkenntnisse sowie deren nachhaltige Weiterentwicklung über den Förderzeitraum hinweg, bildet einen weiteren wichtigen Punkt des BIREM-Projekts. Für diesen Zweck wurde im Hochschulgebäude die notwendige Infrastruktur in Form eines Labors, dem sogenannten BIM-Lab, geschaffen. In Raum 318, wo vorher noch die Liegen und Matten der Physios ihren Platz hatten, sind seit September vergangenen Jahres insgesamt 16 leistungsfähige Rechnerarbeitsplätze mit jeweiliger BIM-spezifischer Software und verschiedene Multimediatechniken zu finden. Das BIM-Lab steht in erster Linie dem BIREM-Projekt zur Verfügung. Sobald die Pandemiesituation es zulässt, bekommen Unternehmen hier im Rahmen von Workshops die Möglichkeit, die kollaborative Arbeitsmethode BIM kennenzulernen und auszutesten.

Ein Beitrag von Karina Witten (M.Sc.)

Kontakt Projekt BIREM:

Mail: birem(at)hs21.de

Web: www.hs21.de/birem

Das Projekt „BIM Innovationsstrategie für den regionalen Mittelstand“ wird aus Mitteln des Europäischen Fonds für Regionale Entwicklung (EFRE) sowie durch das Land Niedersachsen finanziert.