Sgraffiti - Restaurierung der Fassadenbilder an der hochschule 21

Das Gebäude in der Harburger Straße 6 wurde 1877 erbaut. Der verputzte Ziegelbau wurde mit verschieden großen Feldern versehen, die seinerzeit mit sogenannten Sgraffiti dekoriert wurden. In dieser Zeit erlebte das Sgraffito eine kurze Renaissance und darf deshalb auch in Niedersachsen als Besonderheit angesehen werden. Dieses Gebäude ist auf Grund der großen mit Sgraffiti dekorierten Flächen in Niedersachsen eine Rarität.

Der Name Sgraffito stammt von dem italienischen Wort sgraffiare, was zu deutsch kratzen bedeutet. Diese besondere Art der Fassadendekoration ist eine Kratztechnik, die vor allem in der Renaissance Anwendung fand. Die Buxtehuder Sgrafitti entstanden zum Ende des 19. Jahrhunderts. Es handelt sich um insgesamt 158 Felder in denen helle Darstellungen vor einem dunklen Putzhintergrund ausgearbeitet wurden.

Der Erhaltungszustand der Sgraffiti ist sehr schlecht. Sie weisen einen hohen Substanzverlust auf. Beeinträchtigt wird die optische Erscheinung auch durch frühere Retuschen, die heute fleckig wirken. Die Sgraffiti in Buxtehude wurden bereits mehrfach konserviert und restauriert. Schriftlich belegbar sind Konservierungs- und Restaurierungsmaßnahmen von 1975 und 1980.

Ziel der geplanten Restaurierung 2016 ist, sämtliche originale Flächen zu konservieren, unansehnliche Zugaben älterer Restaurierungsmaßnahmen zu entfernen und mit Hilfe moderner Konservierungsmaterialien die Sgraffiti farblich zu reintegrieren und die zu rekonstruierenden Sgraffiti den Originalen anzupassen. Nach Abschluss der Arbeiten sollen die empfindlichen Kunstwerke vor allem regelmäßig gewartet werden, um deren besten Erhalt zu gewährleisten.

Der Aufwand der zum Erhalt dieser Kunstgattung ist hoch und dennoch unerlässlich, da andernfalls ein großer Kunstschatz unwiederbringbar verloren geht.

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Christiane Jäschke

  • Praxispartner
  • Abteilungsleitung