News aus der hochschule 21

PMRE Monitor 2026 veröffentlicht – Innovationsradar: Der richtigen Spur folgen!

Wie gelingt mehr Innovation in der Immobilienbranche? Der aktuelle PMRE Monitor hat dieses spannende Thema unter die Lupe genommen. Marion Peyinghaus, Professorin für Projektentwicklung und Immobilienmanagement an der hochschule 21 und federführend an der Erstellung des PMRE Monitors beteiligt erklärt im Interview, wie Unternehmen Innovation fördern können, warum Budget dabei kaum eine Rolle spielt, wieso Scheitern eine wertvolle Option sein sollte – und warum Innovation ausgerechnet für die Generation Z nur eine untergeordnete Rolle spielt.

 

Frau Peyinghaus, wie würden Sie selbst Innovation definieren?
Marion Peyinghaus: Innovation ist die Entwicklung und erfolgreiche Umsetzung von etwas Neuem. Dabei geht es entweder um eine echte Neuerung oder eine substanzielle Verbesserung, die einen konkreten Mehrwert schafft. Entscheidend ist: Eine Idee allein ist noch keine Innovation. Erst durch ihre Umsetzung und den daraus entstehenden Nutzen wird sie zu einer solchen.

Der PMRE Report 2026 hat das Thema Innovation in den Fokus genommen. Was war für Sie die wichtigste Erkenntnis?
Marion Peyinghaus: Die wichtigste Erkenntnis: Innovationsprojekte scheitern nicht am Geld, und finanzielle Anreize sind kein wirksamer Motivationsfaktor. Nicht das Geld, sondern die Organisationen selbst entscheiden über den Erfolg oder das Scheitern von Innovationsprojekten. Unternehmen können die Rahmenbedingungen aktiv gestalten. Es liegt also in unserer Hand.

 

Download: “PMRE Monitor 2026: Innovationsradar - der richtigen Spur folgen!”

 

Wie können Unternehmen Innovation fördern?
Marion Peyinghaus: Entscheidend ist ein klar strukturierter Innovationsprozess. Das mag zunächst kontraintuitiv erscheinen – schließlich lässt sich Kreativität nicht einfach rationalisieren. Dennoch sind die Rahmenbedingungen für Innovation gezielt gestaltbar. Dazu gehören transparente Kanäle zur Einreichung von Ideen, definierte Bewertungskriterien für Projekte sowie strukturierte Abläufe für den Roll-out. Kurz gesagt: Ein guter Prozess schafft Freiräume für Kreativität, anstatt sie einzuschränken.

Wenn ein guter Prozess Innovation fördert – was sind dann Störfaktoren? Und welche Rolle spielt dabei heute schon KI?
Marion Peyinghaus: Zu den größten Störfaktoren zählen fehlendes Management-Commitment, mangelnde Beständigkeit sowie eine ausgeprägte Beharrungskultur. Für KI ist es grundsätzlich schwierig, echte Neuerungen zu „erfinden“, da sie auf Basis vorhandener Daten und Trainingsinhalte arbeitet. Gleichzeitig kann KI die Kreativität erheblich fördern. Insbesondere die Generation Z berichtet von positiven Effekten auf den Einfallsreichtum, wenn KI als Sparringspartner eingesetzt wird. Besonders leistungsfähig ist KI bei der Optimierung von Prozessen, der Lösung komplexer Problemstellungen sowie der Analyse tieferliegender Muster, die dem Menschen oft verborgen bleiben. Der Mensch hingegen bleibt überlegen, wenn es um die Neuausrichtung von Zielen, die Generierung wirklich neuen Wissens und soziale Interaktion geht.

Der PMRE Report 2026 erwähnt überraschenderweise, dass gerade die ‚Generation Z‘ eher träge daherkommt, wenn es um Innovation geht.
Marion Peyinghaus: Die Generation Z zeigt tatsächlich eine vergleichsweise geringe Innovationsneigung. Während die Babyboomer im Schnitt 11,3 Stunden pro Woche für kreative Tätigkeiten anstreben, sind es bei der Gen Z lediglich 5,2 Stunden – eine Differenz von 6,1 Stunden. Auch bei der Arbeitgeberwahl spielt Innovation für die Gen Z eine geringere Rolle, und der eigene Innovationserfolg wird häufig als unterdurchschnittlich eingeschätzt (48 %). 

Wo liegen Ursachen für dieses Zurückhaltung beim Thema Innovation?
Marion Peyinghaus: Eine Ursache ist ein gestiegenes Desinteresse (+25 Prozent). Hinzu kommen Faktoren wie digitale Überforderung, wirtschaftliche Unsicherheiten und globale Krisen. Diese Entwicklungen fördern den Wunsch nach Struktur, Stabilität und Sicherheit – Rahmenbedingungen, die Innovation eher bremsen. Um zukünftige Innovationskraft zu sichern, müssen wir gezielt ein Umfeld schaffen, das Mut, Selbstvertrauen und die Bereitschaft zu Veränderung stärkt.

 

Download: Die Top-10-Ergebniss des PMRE Monitors 2026

 

Welche Rolle kann dabei die Zusammenarbeit von Wissenschaft und Wirtschaft spielen? 
Marion Peyinghaus: Innovation bedeutet, Neuland zu betreten und sich auf Ungewissheit einzulassen. Unternehmen fehlt dafür im Tagesgeschäft oft die Zeit. Hier liegt eine große Stärke der Hochschulen: Sie bieten Raum für kreative Ideen und experimentelles Arbeiten. Auf diesem Nährboden entstehen Ansätze, die anschließend in die Wirtschaft transferiert werden können.

Gleichzeitig kann die Wissenschaft auch als Vorbild für eine offene Innovationskultur dienen. Unternehmen sollten keine Angst vor dem Scheitern haben. Unsere Studie zeigt: Risikobereitschaft zahlt sich aus. Unternehmen, die als Pioniere agieren oder bewusst Projekte mit unsicherem Return on Investment eingehen, sind langfristig innovativer. 

Für mehr Erfindergeist in der Immobilienbranche gilt daher: Scheitern muss als mögliche und akzeptierte Option verstanden werden – und die daraus gewonnenen Erkenntnisse als wertvoller Beitrag zum Innovationserfolg.

 

Der aktuelle PMRE Report steht als PDF zum Download zur Verfügung. Der Report bündelt praxisnahe Analysen und Handlungsempfehlungen für Investoren, Asset-, Property- und Facility Manager in der Immobilienwirtschaft. Unter dem Oberthema „Innovation“ beschäftigt sich der Report u.A. mit Innovationsstrategien in der Immobilienwirtschaft, digitalen und datenbasierten Steuerungsmodellen, neuen Prozess- und Organisationsansätzen, Plattform- und Technologietrends und Energie- und Nachhaltigkeitsinnovationen

Die hochschule 21 ist neuer Kooperationspartner des Competence Center Process Management Real Estate (CC PMRE) für den aktuellen PMRE Monitor 2026. Im Rahmen dieser Zusammenarbeit unterstützt die hochschule 21 die Erstellung des Monitors 2026 und bringt fachliche Perspektiven und Praxiserfahrungen in die Marktanalyse ein. Als Mitglied des Steuerungsausschuss (STA) wählt sie zusammen mit etablierten Führungskräften der Immobilienwirtschaft das jeweilige Thema des PMRE Reports aus.