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Erfahrungsbericht zum Auslandspraktikum in den Niederlanden

Mit einem Auslandsaufenthalt wollte ich neue Lebenserfahrungen sammeln. Insbesondere, um den Alltag in einer komplett fremden und neuen Stadt zu erleben sowie die Arbeitswelt in einem anderen Land kennenzulernen und wie sie sich zum Deutschen unterschiedet.

Bei der Wahl des Landes habe ich mich relativ schnell auf die Niederlande festgelegt, da mir die Schaffung von zukunftsorientierten Städten sehr wichtig ist und die Niederlande mit ihrer ausgeprägten Fahrradinfrastruktur einen wichtigen Teil dazu beiträgt.

Art der Einrichtung

Während meines Praktikums war ich bei der Firma Mobycon in Delft tätig. Das Unternehmen arbeitet in den Niederlanden und International an Konzepten und Plänen, um den öffentlichen Raum für den Fuß- und Radverkehr zu verbessern.
In dem Unternehmen arbeiten rund 60 Mitarbeitende. Aufgrund vieler verschiedener Standorte und einem großen Homeoffice-Anteil, waren wir im Büro immer um die 10 bis 15 Personen.
Durch die vielen Internationalen Projekte, war die Verständigung im Büro für mich nicht schwierig, da häufig Englisch gesprochen wurde und einige Kollegen auch aus Deutschland kommen.

Organisationsstruktur der aufnehmenden Einrichtung

Bei Mobycon herrschen sehr flache Hierarchien. Das Unternehmen ist in die Teams Internationale Projekte und Niederländische Projekte unterteilt. In den jeweiligen Bereichen gibt es wiederrum weitere Teams.
Ich war im Team Internationales und dort vor allem für Projekte der DACH-Region zuständig. Es war sehr interessant aus niederländischer Perspektive auf die mir bekannte deutsche Planung zu schauen.

Alltag in der ausländischen Einrichtung, Arbeitsabläufe

Der Arbeitsalltag beginnt zwischen 8:30 Uhr und 9:00 Uhr. Einmal in der Woche trifft sich das Internationale Team, um zu besprechen, welche Aufgaben anstehen und wer wie viel zu tun hat.

Mein Alltag bestand vor allem darin beim Erstellen von Mobilitätskonzepten und Berichten mitzuhelfen. Ich habe aber auch Pläne in AutoCAD erstellt und verschiedene Texte ins Deutsche übersetzt.
Des Weiteren konnte ich auch eigene Research-Arbeiten durchführen, wenn mich ein Thema sehr interessiert hat. Für mich war der Unterschied zwischen der Radverkehrsplanung in den Niederlanden und in Deutschland in Bezug auf die Planungsprozesse und Regelwerke sehr interessant.

Praktikumsverlauf

Schon ab der ersten Woche, wurde ich in das Team integriert und konnte an Projekten mitarbeiten. Die Aufgaben waren sehr vielseitig, sodass mir nicht langweilig wurde.
Außerdem fanden auch zwei Team-Events während meiner Zeit statt. Das erste waren einige Workshops zur Verbesserung der Arbeitsweisen. Das zweite Event war ein zweitägiger Ausflug mit Teambuilding-Aktivitäten. Beides war sehr gut, um das Team besser kennenzulernen.

Unterschied zum Berufsfeld in Deutschland

Für mich ist einer der größten Unterschiede die Denkweise in Bezug auf die Straßenplanung. Während in Deutschland meistens eher dem Autoverkehr Vorrang gegeben wird, wird in den Niederlanden viel auf den Menschen geschaut, und wie der Mensch sich an den Orten am besten fortbewegen kann.

Wohn- und Alltagssituation

Gewohnt habe ich in einer WG. Die WG habe ich über “Kamernet”, einer niederländischen Internetseite zum Vermieten von privaten Zimmern, gefunden. In der WG haben wir fast täglich zusammen gekocht. Die WG war eine gute Möglichkeit, um schnell Kontakte zu knüpfen.
Des Weiteren habe ich mit der App “MeetUp” an Events teilgenommen, um weitere Kontakte zu knüpfen. Mit einigen Leuten bildete sich eine Freundesgruppe und wir unternahmen Verschiedenes.
Am Wochenende bin ich in unterschiedliche niederländische Städte gefahren, um diese zu erkunden.

Tipps und Tricks

Ich kann ein Auslandspraktikum auf jeden Fall jeder Person empfehlen. Die Vorbereitung auf das Praktikum ist etwas aufwändig, weswegen man am besten so früh wie möglich mit der Planung beginnen sollte. Aber auch, wenn man kurzfristig noch Unterlagen einreichen muss, ist das möglich.
Während des Praktikums empfehle ich so schnell wie es geht zu versuchen Kontakte zu knüpfen und Sachen zu unternehmen. Die Zeit geht leider schneller vorbei, als man denkt.
Also, nutzt die Chance, dass die Hochschule21 ein Erasmus-Auslandspraktikum anbietet!

Jarrit Grafe, 2023