1. Erwartungen an mein Auslandspraktikum
Ein zentraler Bestandteil des siebten Studiensemesters im Fachbereich Wirtschaftsingenieurwesen (WBI) ist das Verfassen einer Bachelorarbeit. Ich habe mich dazu entschieden, dieses abschließende Dokument parallel zu einer beruflichen Tätigkeit (Arbeitspensum von 80 %) zu verfassen. Da ich im vorherigen Semester bereits ein Praktikum in Basel (Schweiz) bei der CCTM gemacht habe, bin ich hierhin im Januar 2024 zurückgekehrt. Die Hauptmotivation für dieses Vorgehen war, dass ich ein bestimmtes Projekt besonders interessant fand und diesem entsprechend meine Thesis widmen wollte. Da ich auch in der Zwischenzeit im Austausch mit dem Unternehmen war und kleinere Zuarbeiten remote bewerkstelligen konnte, hatte ich eine sehr genaue Vorstellung davon, wie bereits bekannte und neue Projekte voranschreiten und wie meine Tätigkeit im Unternehmen aussehen wird.
Das Thema für die anstehende Erarbeitung der Bachelorarbeit wurde bereits im Vorhinein gemeinsam evaluiert und in Absprache mit meiner Betreuerin an der Hochschule 21 festgelegt.
Da ich das Thema bzw. die gewählte Fragestellung sehr spannend fand, habe ich mich insbesondere auf diesen Teil des Praktikums gefreut. Ein weiterer Faktor, der eine wesentliche Motivation für mich innehielt, war, dass ich mich für wissenschaftliches Arbeiten begeistere und mir vorstellen kann, eine in diese Richtung gehende Karriere einzuschlagen. Eine besondere Erwartung an dieses Praktikum war daher, meine Fähigkeit wissenschaftlich zu arbeiten weiter zu stärken und in Zusammenarbeit mit der CCTM auszubauen.
In Vorbereitung auf das Praktikum bzw. den Schreibprozess, habe ich mir Bücher ausgeliehen und mich bereits in den Themenbereich eingearbeitet, um möglichst effizient in das Projekt zu starten. Aus diesem Grund und durch die Unterstützung der aufnehmenden Institution, haben sich meine Erwartungen erfüllt und ich bin insgesamt zufrieden mit dem vergangenen Semester.
2. Art der Einrichtung
Da ich bereits im vergangenen Semester einen detaillierten Bericht über die CCTM verfasst
habe, werde ich mich in den folgenden Abschnitten kurz fassen.
Die CCTM ist ein interdisziplinär tätiges Beratungsunternehmen (Strategieberatung),
welches sich mit den Feldern Consulting, Real Estate & Infrastructure sowie Capital
auseinandersetzt. Als WBI-Studierende lag der Fokus meiner Arbeit im Bereich Real Estate
& Infrastructure, in welchem ich mich in dieser Praxisphase primär dem Thema
Projektentwicklung in Bezug auf verschiedene Projekte gewidmet habe.
3. Organisationsstruktur der aufnehmenden Einrichtung
Auch bei der Organisationsstruktur der aufnehmenden Einrichtung hat sich im Vergleich zum letzten Jahr nur wenig verändert. In meinem vergangenen Praktikum habe ich das Unternehmen bereits kennenlernen können und anschließend von flachen Hierarchien und direkter Kommunikation berichtet. Dies ist nach wie vor der Fall. In Ergänzung ist im Kontext der Bachelorarbeit hervorzuheben, dass sich einer der Managing Partner selbst bereiterklärt hatte, mich im Schreibprozess als Zweitprüfer zu begleiten. In Ergänzung dazu
ist hervorzuheben, dass meine Kollegen im Basler Office stets hilfsbereit und wertschätzend gegenüber meiner Arbeit waren. Darüber hinaus habe ich in diesem Semester auch Termine für das Unternehmen mit Dritten eigenständig koordiniert und wahrgenommen. So sind beispielsweise einzelne Termine mit Kooperationspartnern (Planer, Berater) zu nennen.
4. Klientel
Meine Bezugspersonen im Unternehmen sowie im Privatleben blieben unverändert. Durch
den Wohnsitz in der Schweiz statt Frankreich hat sich das Klientel im Wohnumfeld deutlich
verbessert und ich habe mich stets sicher gefühlt - was in St. Louis (dem französischen Teil
von Basel) nicht immer der Fall war (siehe Kap. 7).
Aufgrund des verringerten Arbeitspensums hatte ich im letzten Vierteljahr weniger direkten
Kontakt zu Kunden. Dennoch würde ich nach wie vor das Klientel als wertschätzend und im
Allgemeinen angenehm bezeichnen. Insbesondere mit den unterschiedlichen
Kooperationspartnern hatte ich stets eine lehrreiche Zusammenarbeit bei einem
Arbeitsklima, welches man sich nicht besser wünschen könnte.
5. Alltag in der ausländischen Einrichtung; Arbeitsabläufe
Der übliche Arbeitstag bei der CCTM beginnt zwischen 8 und 9 Uhr und endet dementsprechend um circa 18 Uhr in Abhängigkeit zur Dauer der Mittagspause. Während die übliche Arbeitszeit in der Schweiz bei über 40 h liegt, habe ich in dieser Praxisphase 80 % gearbeitet, um an meiner Bachelorarbeit schreiben zu können (siehe Kapitel 7).
Einen "standardisierten" Tagesablauf gibt es im Unternehmen nicht. Jeder Tag ist individuell und richtet sich nach den unterschiedlichen Projekten bzw. Projektphasen und dazugehörigen Aufgaben. Neben dem Arbeitsalltag in Basel hatte ich auch in diesem Semester die Gelegenheit nach Zürich zu reisen, um an neuen Projekten in anderen Konstellationen und Themenbereichen zu arbeiten. Ich persönlich finde diese Arbeitsweise besonders spannend und bin sehr froh, dass kein Tag wie der andere ist!
6. Praktikumsverlauf
Nachdem ich Anfang Januar in der Schweiz angekommen bin, hatte ich zunächst die Gelegenheit mich in die unterschiedlichen Projekte respektive den hier gemachten Fortschritt einzulesen. Aufgrund der Ressourcenplanung wusste ich hierbei von Anfang an, welche Projekte für mich besonders wichtig sein werden und was hier meine spezifischen Aufgaben sind.
Darüber hinaus habe ich mich in Bezug auf die Bachelorarbeit an der seitens der Hochschule ausgegebenen Ablaufplanung orientiert. Dies gab mir - neben der Planung vom Unternehmen - eine Struktur im siebten Semester. Dementsprechend endete das Praktikum passend mit dem finalen Schritt des Studiums: Der Verteidigung der Bachelorarbeit im Kolloquium.
7. Wohn- und Alltagssituation
Wie bereits im letzten ERASMUS-Bericht angekündigt, habe ich mich bemüht, in diesem Semester eine Wohnung im selben Land bzw. auch Kanton zu finden, in welchem ich auch beruflich tätig sein werde. Dies hat glücklicherweise sehr gut funktioniert, so dass ich mit einem Laufweg von circa 15 min bei der Arbeit war und vor allem in einer netten und erschwinglichen WG untergekommen bin.
Eine weitere Neuerung in diesem Semester war - wie eingangs bereits erläutert - das Arbeitspensum von 80 statt 100 %. Dies habe ich gemacht, um an zwei Nachmittagen (sowie den Wochenenden) die Bachelorarbeit schreiben zu können. Durch die Nähe zur Universität in Basel hatte ich die Möglichkeit, die Lernräume und Bibliothek der Einrichtung nutzen zu können, was sich als sinnvolle Ergänzung zu den von der Hochschule 21 zur
Verfügung gestellten online Ressourcen herausgestellt hat.
8. Tipps und Tricks
Neben Abschluss des Bachelorstudiums und Aufnahme eines Masterstudiums steht mir in diesem Jahr eine weitere Herausforderung bevor: Die Steuererklärung für das vergangene Jahr respektive die erste Tätigkeit in der Schweiz. Mein Tipp hierzu: Lasst Euch vor dem Auslandssemester beraten in Bezug auf das Thema Steuern, aber auch beispielsweise Kranken- und Rentenkasse. Hier gibt es einige Anbieter und Anlaufstellen, welche teilweise sogar einen kostenfreien Service für Studierende anbieten