Alternatives Wirtschaften, alternative Modelle – 4. Gewerbe-Forum „Wirtschaft-Mensch-Umwelt“

Frank-Karl Siegel im Gespräch mit Karina Witten

Christian Felber

Uwe Lübbermann

Einen Perspektivwechsel hat am Donnerstagabend, 6. Februar, das 4. Gewerbe-Forum „Wirtschaft-Mensch-Umwelt“ den rund 150 Gästen geboten. Bei der Veranstaltung in der hochschule 21 hatte allen voran der Autor und Wirtschaftsreformer Christian Felber den Blick weg von Profit hin zu Mensch und Gemeinwohl gerichtet.

Menschenwürde, Solidarität, ökologische Nachhaltigkeit

Der Initiator der „Gemeinwohl-Ökonomie“ zeichnete in seinem Vortrag die Vision eines Wirtschaftsmodelles nach, das vor neun Jahren entstanden, bereits in Ansätzen in drei Staaten – Island, Schottland und Neuseeland – verfolgt werde. Dort werde als Maßstab nicht mehr das Brutto-Inlandsprodukt, sondern das Gemeinwohl Produkt zur Messung wirtschaftlichen Handelns zugrunde gelegt.

Der Grundgedanke der Gemeinwohl-Ökonomie: Als ethische Marktwirtschaft beruht das „Wirtschaftsmodell der Zukunft“ (Felber) auf der Idee, dass Unternehmen nicht in Konkurrenz zueinander nach Finanzgewinn strebten, sondern auf Kooperation setzten – mit  dem Ziel des größtmöglichen Gemeinwohls.

Perspektivwechsel auch in der Region gelebt

„Das Gewerbe-Forum, als erfolgreiches Kooperationsprojekt zwischen Hochschule und Stadt, hat sich in Buxtehude als eine Plattform etabliert, die durchaus polarisierende Impulse für nachhaltiges Wirtschaften bietet“ sagte Bürgermeisterin Katja Oldenburg- Schmidt bei der Eröffnung des 4. Gewerbe-Forum.

„Wir wollten offensiv einen neuen Blick auf wirtschaftliches Handeln anbieten“, sagt Initiatorin und Buxtehudes Klimaschutzmanagerin Ann-Kathrin Bopp. Es ginge auch darum, Antwort auf die Fragen zu erhalten, wie eine Wirtschaft aussehen kann, die nicht Profit allein im Fokus habe, sondern etwa Klimaschutz und weitere gesellschaftliche Leistungen integriere.

Die Ko-Initiatorin und wissenschaftliche Mitarbeiterin im NIREM-Projekt (Nachhaltigkeitsinnovationen im regionalen Mittelstand) der hochschule 21 Karina Witten ergänzt: „Gerade die lebendigen Beispiele aus der Region haben gezeigt, dass vieles hier in der Region nicht nur möglich ist, sondern auch passiert.“

Unternehmer aus der Nachbarschaft stellen ihr Konzept vor

Neben den theoretischen Einführungen von Christian Felber wurde anhand von zwei Praxisbeispielen gezeigt, wie bereits heute im Sinne des Gemeinwohls erfolgreich gewirtschaftet werden kann. Zu Gast waren der Unternehmensgründer Uwe Lübbermann, der in seinem Getränkeunternehmen auf Transparenz, Konsens und gleichen Lohn setzt sowie Karl-Frank Siegel. Der Stader betreibt  als einer der wenigen in Deutschland eine  Strickmanufaktur – er bietet unter anderem den Woll-Pullover „Rymhart“  an, der seiner Angabe zufolge mehreren Generationen lang halten sollen.

Auf der abschließenden Podiumsdiskussion mit der Wirtschaftsförderin der Hansestadt Buxtehude, Kerstin Maack, wurde dann diskutiert, wie auch die Wirtschaftsförderung Anreize schaffen kann, nachhaltiges Wirtschaften am Standtort Buxtehude zu fördern.

(Text: Hansestadt Buxtehude)

Der Vortrag von Christian Felber zur Gemeinwohlökonomie finden Sie hier