Mi 20. Februar 2019

Vortragsreihe "Zukunftsgerechtes Bauen. Innovativ und Nachhaltig" - Baukulturelle Betrachtungen für nachhaltige und lebenswerte Ortschaften.

Veranstaltungsort: ISI-Zentrum für Gründung, Business und Innovation, Bäckerstraße 6, 21244 Buchholz i.d.N.

Zeit: 17 - 19 Uhr  

Anmeldung und weitere Informationen bitte über die Website www.leuphana.de/nirem 

20. Februar 2019: Baukulturelle Betrachtungen für nachhaltige und lebenswerte Ortschaften

Prof. Dr.-Ing. Karsten Ley, hochschule 21

Im Fokus unserer Diskussionen um Zukunftsfähigkeit und Nachhaltigkeit stehen Energieeffizienz, Mobilität, Barrierefreiheit. Neben der Notwendigkeit, Neubauten diesen Anforderungen gemäß zu gestalten, muss auch ein enormer Baubestand ertüchtigt werden. Dieser technologische Modernisierungsdruck birgt allerdings zunehmend die Gefahr, dass wir die gewordenen regionalen Kontexte, mithin unsere Baukultur, aus den Augen verlieren – und damit eine wesentliche Nachhaltigkeitsprämisse: den verantwortungsbewussten Umgang mit den vorhandenen örtlichen Ressourcen. Dies reicht von der Vernachlässigung traditioneller Materialien und Konstruktionen bis hin zum Unverständnis gegenüber überlieferten Bauwerken und Stadtgefügen. Anhand von Praxisbeispielen soll gezeigt werden, dass kontextuelle Baukultur keine rückwärtsgewandte Aufgabe ist, sondern zu einer nachhaltigen Fortentwicklung dazugehört.

Karsten Ley ist Professor für Städtebau, Architekturtheorie und Entwerfen an der hochschule 21 sowie seit 2017 Leiter des Studiengangs Architektur. An der German University of Technology in Muscat, Oman ist er Lehrbeauftragter für die Fächer Stadtentwicklungs-und Planungsgeschichte.


Niklas Nitzschke, Landeshauptstadt Potsdam
Die Bauaktivitäten in Stadt und Land unterliegen aktuell äußerst unterschiedlichen Dynamiken. Ein anhaltender Zuzug in Metropolregionen, Groß- und Universitätsstädte führt hier zu angespannten Wohnungsmärkten. Um wiederum dem kontinuierlichen Wegzug aus peripheren Räumen entgegenzuwirken, weisen ländliche Kommunen unter hohem Ressourceneinsatz neue Einfamilienhaus- und Gewerbegebiete aus. Das Bauen in Stadt und Land fokussiert vordergründig quantitative Aspekte der Wohnraumschaffung und lässt dabei die stetig ansteigende Flächeninanspruchnahme größtenteils außer Acht.
Das Projekt „Reduzierung des Flächenverbrauchs durch Innenentwicklung und nachhaltige Infrastruktur“ nahm sich dieser Problematik an und zeigt auf, wie mithilfe kluger Planungs- und Bauprozesse aus dem Bestand heraus umweltfreundlich kompakte und identitätsstiftende Siedlungsgefüge weiterentwickelt werden können. So entstehen gleichzeitig in Stadt und Land nachhaltige, baukulturell hochwertige und damit zukunftsfähige Heimat- und Lebensräume. 

Seit Januar 2019 ist Niklas Nitzschke als Fachreferent im Bereich Stadtentwicklung, Bauen und Umwelt bei der Landeshauptstadt Potsdam angestellt. Bis Ende 2018 war Herr Nitzschke bei der Bundesstiftung Baukultur u.a. als Projektleiter des oben genannten Forschungsprojekts tätig.   

Die Vortragsreihe wird durch das Projekt NIREM (Nachhaltigkeitsinnovationen im regionalen Mittelstand) veranstaltet. Kooperationspartner sind die Handwerkskammer Braunschweig-Lüneburg-Stade und die Wirtschaftsförderung im Landkreis Harburg GmbH.