„Bauen ist auch Daseinsvorsorge“ - Olaf Lies zu Gast bei der 1. Fachtagung der Bauwirtschaft

Hießen zur 1. Fachtagung der Bauwirtschaft willkommen: Vizepräsident Prof. Dr. Helmut Marquardt, Präsident Prof. Dr. Steffen Warmbold, Minister für Umwelt, Energie, Baun und Klimaschutz Olaf Lies, Vizepräsidentin Prof. Barbara Zimmermann, Süderelbevorstand Dr. Olaf Krüger und Landrat Michael Roesberg (von links) Foto: Martin Stoppel, Süderelbe AG

Digitalisierung, Fachkräftemangel, bezahlbarer Wohnraum: Trotz guter Konjunktur und vollen Auftragsbüchern - auch die Bau- und Immobilienwirtschaft muss sich neuen Herausforderungen stellen. Welche Rolle das „Building Information Modeling“, die Generation Z und die Politik dabei spielen, wurde bei der ersten Fachtagung der Bauwirtschaft in Buxtehude deutlich. Rund 100 Gäste waren der Einladung der hochschule 21 und der Süderelbe AG gefolgt und wurden von Hochschulpräsident Prof. Dr. Steffen Warmbold und Dr. Olaf Krüger, Vorstand der Süderelbe AG, begrüßt.

In welcher Verantwortung sich die niedersächsische Landesregierung sieht, erläuterte Olaf Lies, Minister für Umwelt, Energie, Bauen und Klimaschutz in einem Impulsvortrag.„Bauen ist auch Daseinsvorsorge. Der Staat muss sich um bezahlbaren Wohnraum kümmern und dabei Barrierefreiheit, Klimaschutz, Mobilität und städtebauliche Ansätze mitdenken“, so Lies. Das Land unterstütze diese Entwicklung, etwa durch finanzielle Förderung nach den Empfehlungen des Bündnisses für bezahlbares Wohnen oder durch das Quartiersgesetz, das sich bereits im Gesetzgebungsverfahren befindet. Der Minister betonte, dass die Vernetzung von Wirtschaft, Wissenschaft und Kommunen eine wichtige Rolle bei der Bewältigung der zukünftigen Aufgaben spiele.

Ohne BIM geht es nicht

Ob und in wie weit das Building Information Modeling (BIM) Einzug in die Branche gehalten hat, darüber sprachen die Hochschulprofessoren Ingo Hadrych und Uwe Pfeiffer mit Fachleuten aus den Unternehmen. Einig waren sich Omar Assad (Aug. Prien Bauunternehmung GmbH), Christoph Frenzel (Architekturbüro Frenzel & Frenzel GmbH), Dr. Christian Hesse (Vermessungsbüro dhpi Dr. Hesse & Partner) sowie Felix Scholz (HPA Hamburg), dass BIM in den verschiedenen Leistungsphasen durchaus eine Chance für einen effizienteren Ablauf und Kostenersparnis sei.

BIM erfordere jedoch vor allem qualifizierte Mitarbeiter in der Anwendung, so die Experten. „Aber ohne wird es nicht mehr gehen, denn der Bauherr wird künftig auch danach aussuchen, wer mit BIM arbeitet“, sagte Architekt Christoph Frenzel. Die hochschule 21 hat das Building Information Modeling bereits im Rahmen von Modulen in die Lehre integriert und bereitet die Studierenden entsprechend vor.

Was die Generation Z sich wünscht

Um Irrtümer ging es im Vortrag von Prof. Dr. Marion Peyinghaus. Sie hat in einer Studie untersucht, wie einerseits die so genannte Generation Z ihr Arbeitsleben gestalten möchte und was andererseits Unternehmen denken, was sich die jungen Kollegen wünschen. „Da gibt es oft Missverständnisse. Gefragt sind klare und verlässliche Strukturen, persönliche Kommunikation am Arbeitsplatz sowie Unterstützung bei der Vereinbarkeit von Beruf und Familie. Weniger wichtig als angenommen sind zum Beispiel Work-Life-Balance, Homeoffice oder Co-Working“, berichtete die Professorin. Die jungen Leute seien sehr leistungswillig und eher konventionell in ihren Vorstellungen: „Viele legen Wert auf ein gutes Gehalt, einen Dienstwagen und eine digitale Auszeit.“

Wie Job und Wohnen sich miteinander vereinbaren lassen, stellten Norbert Behrens (PGN Generalplanung Norddeutschland) und Hardy Krug (Noerpel Logistik GmbH) am Beispiel des Gewerbeparks Elsdorf vor. Die Niederlassung der Unternehmen Noerpel und Ikea am dortigen Standort hat neue Arbeitsplätze geschaffen. „Aber wie so oft bei der Planung eines Gewerbeparks hat man nicht daran gedacht, dass die Menschen, die dort arbeiten, auch irgendwo wohnen müssen“, so der Architekt Norbert Behrens. In der Gemeinde Elsdorf entstünden daher jetzt rund 70 neue Wohnungen. „So schaffen wir für unsere Belegschaft ein bezahlbares Angebot in der Nähe des Arbeitsplatzes“, so Hardy Krug.

Zum Abschluss der Veranstaltung gab Anne Wagner (PSPC) noch einen Überblick zum Planungsstand der Straßenbaumaßnahmen A20 und A26. Der Bau beider Anbindungen werde von Unternehmen sowohl in Niedersachsen als auch in Schleswig-Holstein gern gesehen und als infrastrukturelle Verbesserung gewertet.

Das Fazit der Organisatoren: „Die Themen der Bau- und Immobilienbranche sind vielfältig. Solche Netzwerktreffen sind wichtiger denn je, damit ein persönlicher Austausch stattfinden kann. Denn im Dialog und in Diskussionen, wie wir sie heute geführt haben, entstehen Lösungen“, so Dr. Olaf Krüger und Prof. Steffen Warmbold.